Wir beschäftigen uns in unserer Forschung mit den Folgen des digitalen Medienwandels für die politische Kommunikation. Dabei interessieren wir uns sowohl für die Chancen als auch Herausforderungen der Digitalisierung für Medien, Gesellschaft und Demokratie. Wir arbeiten mit qualitativen und quantitativen sozialwissenschaftlichen Methoden und legen Wert auf eine ganzheitliche und längerfristige Betrachtung dieser Fragestellungen.

Aktuell beschäftigen wir uns u.a. mit diesen Fragen:

  • Wie nehmen Bürger*innen mit populistischen Einstellungen die etablierten Medien wahr?
  • Wie ausgeprägt ist die Entfremdung von der politischen und medialen Elite in unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen und welche Ursachen können dafür identifiziert werden? Welche Rolle spielt beispielsweise die Social-Media-Nutzung?
  • Wie und über welche Kanäle nehmen Medien und Politik Kritik und Zynismus in der Bevölkerung wahr und wie reagieren sie darauf?
  • Wie entwickeln sich Vertrauen in Medien und Glaubwürdigkeitseinschätzungen bei Jugendlichen und welche Erwartungen stellen sie an die Medien?
  • Welchen Einfluss hat die digitale Mediennutzung zum Thema Klimawandel auf Klima-Einstellungen und -Verhaltensweisen junger Erwachsener?

Hanrath, Marie Romy

Externe Doktorandin


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Löb, Dr. Charlotte

Assoziiertes Teammitglied


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Laufzeit: 2022-2028, gefördert durch die DFG

In zahlreichen westlichen Demokratien sehen sich die etablierten Eliten aus Medien und Politik fundamentaler, öffentlicher Kritik ausgesetzt. In jüngster Zeit wird dabei vielerorts eine Verschärfung von konstruktiver Kritik hin zu Hasskommentaren, Verschwörungstheorien und sogar physischen Angriffen auf Politiker*innen und Journalist*innen beobachtet. Von „Volksverrätern“ und „Lügenpresse“ ist die Rede – Vorwürfe, die häufig in einem Zusammenhang geäußert werden. Vor diesem Hintergrund widmet sich das vorliegende Projekt im Rahmen eines umfassenden Mehr-Methoden-Designs dem Wechselspiel, den Ursachen und Folgen von Medien- und Politikverdrossenheit. Das erste Teilprojekts beantwortet aus einer Langzeitperspektive das Verhältnis von Medien- und Politikverdrossenheit in der deutschen Bevölkerung. Darauf aufbauend wird zum einen untersucht, wie stark ausgeprägt die Entfremdung von politischer und medialer Elite in unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen ist und welche Ursachen für und Folgen von sowohl Medien- als auch Politikverdrossenheit identifiziert werden können, zum anderen welche Merkmale deren Zusammenhang bedingen. Dabei sollen der Einfluss der durch die Digitalisierung veränderte Mediennutzung und Medienkompetenz besonders Beachtung finden. Empirische Basis bildet eine 4-wellige Panelbefragung sowie eine Mobile Experience Sampling Studie. Letztere hat das Ziel, einen tiefergehenden Einblick in die Inhalte öffentlicher Elitenkritik zu erhalten, mit denen Rezipient*innen in Kontakt kommen bzw. die sie selbst äußern. Das zweite Teilprojekt wird im Rahmen einer Befragung sowie mittels qualitativer Interviews untersuchen, wie die politische und mediale Elite selbst die Verdrossenheit der Bevölkerung und anderer Akteur*innen wahrnimmt und welche Auswirkungen dies auf ihr Handeln hat. Das dritte Teilprojekt untersucht im Rahmen einer umfangreichen Inhaltsanalyse die konkreten Inhalte der Medienkritik und -feindlichkeit in der Berichterstattung der etablierten und Alternativmedien sowie in nutzgenerierten Inhalten im Internet.

Erste Befunde des Projekts sind hier verfügbar.

Leitung: Dr. Nayla Fawzi

Netzwerkmitglieder: Dr. Dorothee Arlt (Bern), Prof. Dr. Bernd Blöbaum (Münster), PD Dr. Marco Dohle (Düsseldorf), Katherine M. Engelke, M.A. (Münster), Dr. Ilka Jakobs (Mainz), Prof. Dr. Thomas Hanitzsch (München), Dr. Nikolaus Jackob (Mainz), Tilman Klawier, M.A. (Hohenheim), Magdalena Obermaier, M.A. (München), Dr. Senja Post (Göttingen), Fabian Prochazka, M.A. (Hohenheim), Prof. Dr. Wolfgang Schweiger (Hohenheim), Mag. phil. Nina Steindl, M.A. (München), Jun.-Prof. Dr. Marc Ziegele (Düsseldorf).

Thema: Das Netzwerk widmet sich aktuellen Fragestellungen der Medienvertrauensforschung: Aus theoretisch-normativer Sicht behandelt das Netzwerk die bisher kaum beachtete Frage, welches Ausmaß an Medienvertrauen in einer Gesellschaft erwünscht ist. Dabei geht es insbesondere darum, wann gesunde Skepsis in Medienzynismus umschlägt bzw. zu blindem Vertrauen wird und wie sich diese drei Formen von Vertrauen bzw. Misstrauen voneinander abgrenzen lassen. Aus einer methodischen Perspektive beschäftigen sich die Mitglieder mit der Frage nach der Operationalisierung von Medienvertrauen, also wie das Konstrukt empirisch möglichst valide erfasst werden kann. Außerdem ist es das Ziel des Netzwerks eine Systematisierung des Forschungsstandes zur Definition von Medienvertrauen, Abgrenzung zu nahestehenden Konstrukten und den Ursachen und Folgen von Medienvertrauen zu erarbeiten sowie eine Agenda für zukünftige Forschung. Im Mittelpunkt stehen dabei auch die Veränderungen, die sich durch die Digitalisierung und den Medienwandel für das Vertrauen in Medien ergeben. In einem aktuellen Forschungsprojekt „Factors of adolescent’s trust in news media“ („AdoTrust“) untersuchen die Netzwerkmitglieder auf Basis qualitativer Interviews, wie sich Vertrauen in Medien und Glaubwürdigkeitseinschätzungen bei Jugendlichen entwickeln, welche Erwartungen sie an die Medien stellen und welche Sozialisationsinstanzen einen Einfluss haben.